10 Fragen an eine nähende Bloggerin

05 November 2013

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In den letzten Wochen kam es immer wieder vor, dass ich "getaggt " wurde. Ich gebe ehrlich zu, dass ich entweder gar nicht auf die Anfrage reagiert habe oder mit kurzen, freundlichen Worten abgelehnt habe. Irgendwie erinnert mich das an die Kettenbriefaktionen meiner Kindheit, und ich habe beschlossen, dass ich aus diesem Alter raus bin :-). Als mich nun aber mein Sandra von Zufall wenn´s klappt anschrieb, kam ich ins Grübeln. Sandra ist mein ältester Bloggerkontakt, mit ihr tausche ich mich via E-Mail gerne aus und bin ganz traurig, dass wir soweit auseinanderwohnen und so nicht zusammen nähen können. Sandra wollte ich es nicht abschlagen, die 10 Fragen zu beantworten, die sie an mich gerichtet hat.

1. Gibt es etwas, was Du beim Nähen am Liebsten machst? Ärmel einsetzen, versäubern oder Futter einnähen zum Beispiel?
Gleich eine Frage zu Beginn, über die ich nachdenken muss! Was mache ich am liebsten? Ich könnte sofort sagen, was ich nicht so gerne mache: Schnittmuster abpausen, Zuschneiden, Kräuseln, ... . Ein toller Arbeitsschritt ist es, die Seitennähte zu schließen. Es ist eine technisch einfache Sache und hinterher kann man sein Kleidungsstück meist zum ersten Mal anprobieren - dann kann man entweder jubeln oder das gute Stück erst mal enttäuscht in die Ecke werfen ;-).

2. Bügelst Du viel beim Nähen?
Ja, inzwischen bügele ich viel! Ich mache gerade einen Videokurs bei Craftsy und dort wird ganz viel gebügelt. Ich selbst finde auch, dass es viele Arbeitsschritte erleichtert und vielen Stücken erst den perfekten Look gibt!


3. Achtest Du beim Einkauf von Stoffen und Garnen auf Qualität?
Anfangs hätte ich nicht gedacht, dass ich mal bereitwillig 15-20 Euro für einen Meter Stoff ausgeben würde. Inzwischen habe ich verstanden, dass Qualität auch ihren Preis hat und es nicht unbedingt günstiger ist, sich ein Shirt zu nähen anstatt es zu kaufen. Allerdings sind die selbstgemachten Stücke dann meist wesentlich hochwertigerer Stoffqualität. Die Qualität der Nähte hat man auch selbst in der Hand.

4. Bist Du Wiederholungstäterin und nähst auch schon mal einen Schnitt mehrmals?
Wenn mich ein Schnitt wirklich überzeugt, nähe ich es gerne mehrfach. Insbesondere für Basisgarderobe wie Langarmshirts oder A-Linien-Röcke macht es Sinn, einen gut sitzenden Schnitt immer wieder zu verwenden. Andererseits probiere ich auch sehr gerne neue Schnitte aus, insbesondere um mich neuen technischen Nähherausforderungen wie Kragen, Knopfleisten u.s.w. zu stellen.
Schöner Basisschnitt: Raglanshirt von OTTOBRE

5. Hörst Du beim Nähen Musik? Oder läuft nebenbei der TV? Oder brauchst Du absolute Ruhe?
Oh, bei mir läuft meist der Fernseher nebenher oder ich schaue auf dem Laptop nebenher Sendungen über die Mediatheken der jeweiligen Sender! Na, seit ihr neugierig, was ich nebenher so schaue. Ich verrate es euch: aktuell zum Beispiel Fashion Hero, Shopping Queen, the Voice. Es müssen Sachen sein, auf die ich mich nicht konzentrieren muss, um inhaltlich folgen zu können.

6. Erzählst Du Deinen Mitmenschen, wenn Du etwas selbstgenähtes anhast?
Nur wenn sie mich auf mein Outfit ansprechen, oder wenn die Sprache auf mein Hobby kommt. Dann kann es schon mal sein, dass ich offen sage, dass das Stück, dass ich trage, selbstgemacht ist. Meist bekomme ich sehr positive Reaktionen. Zwei, drei Mal ist es mir allerdings schon passiert, dass ich eher "mitleidig" belächelt wurde. So nach dem Motto, "wie uncool - sie trägt selbstgenähte Sachen". Für mich ist das ein Zeichen dafür, dass mein Gegenüber sehr oberflächlich denkt und - ganz klar - nicht ganz auf dem Stand der Zeit ist. Do-It-Yourself ist in unser schnelllebigen, auf Massenkonsum getrimmten Gesellschaft ja inzwischen kein Fremdwort mehr.

7. Versuchst Du, andere fürs Nähen zu begeistern?
Ich bin niemand, der seine Mitmenschen aktiv für die "Nähfront" zu gewinnen.
Gerne tue ich meine eigene Begeisterung kund, wenn dies jemanden animieren sollte, sich selbst an die Nähmaschine zu setzen, super!

8. Achtest Du bei Anderen auf die Passform? Also, ob die Bluse bei Deiner Kollegin eine ungünstige Aufteilung der Knöpfe hat, oder das Samstag-Abend-Kleid der Moderatorin im TV hässliche Falten wirft?
Im TV achte ich inzwischen regelmäßig auf das Outfit der Moderatorinnen. Gerade bei den öffentlich-rechtlichen Sendern empfinde ich die Schnitte häufig als sehr unvorteilhaft für den Figurtyp der Trägerin.

9. Entwickelst Du eine Art Abneigung gegen Dein Projekt, wenn Du Dich ewig lang damit beschäftigst?
Ja, wenn ein Stück während des Nähprozess zu lange herumliegt, kommen bei mir negative Gefühle auf! Aktuell gibt es ein Hemdblusenkleid nach einem Schnitt von McCalls, welches unfertig in meinem Nähzimmer hängt. Kragen und Ärmel müssten noch fertiggestellt werden. Genervt bin ich, weil der Schnitt viel zu weit ist und einiger Änderungen bedarf, falls er überhaupt noch zu retten ist. Außerdem glaube ich, dass der Schnitt einen weicher fallenden Stoff verlangt. Ich habe einen Baumwollstoff benutzt.

Eine Nähleiche?
10. Hast Du eine Traummaschine, die Du Dir irgendwann mal gerne holen willst?
Ich bin stolze und glückliche Besitzerin einer hochwertigen Pfaff-Nähmaschine bin (Pfaff Expression 150). Allerdings handelt es sich bei meiner Ovi um ein günstiges Basismodell, hier wäre mein Traum eine Babylock mit dem tollen Air-Einfädelsystem. Und dann hätte ich noch gerne eine Schneiderpüppi, einen Extra-Zuschneidetisch in Stehhöhe und, und, und ... :-). 

Liebe Grüße, Eure Anni

Kommentare:

  1. Sehr schön einen Einblick in Deine Nähwelt zu bekommen.
    LG Annette

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  2. Liebe Anja!
    1000 Dank, dass Du mitgemacht hast. Ich hätte es aber auch verstanden, wenn Du keine Lust dazu gehabt hättest. Für mich war das auch eine einmalige Sache.
    Interessant finde ich Deine Antwort zu Frage 6. Haben wir etwa die gleichen Leute um uns rum? Wenn ich etwas selbstgenähtes anhabe, bekomme ich immer von einer speziellen Dame einen ganz herablassenden Blick zugeworfen. Nach dem Motto: "Du bist ja sooo arm, musst Dir Deine Klamotten selber nähen."
    Arme Marken-Menschen.
    Liebe Grüße, Sandra

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